Interview mit Dr. Josef Assal, Schwabinger Krankenhaus, München
Dr. Assal ist ärztlicher Leiter und Initiator eines "Laien"-AED-Projektes in Münchener U-Bahnen.
Wie viele Menschen erleiden einen plötzlichen Herztod?
In München gibt es jedes Jahr rund 2.000 Opfer. Das sind mehr als fünf Leute pro Tag. Deutschlandweit erleiden täglich etwa 360 Menschen einen plötzlichen Herztod.
Welche Überlebenschancen gibt es?
Die meisten Patienten sterben noch am Notfallort oder in der Klinik. Der Rettungsdienst kann in der Regel nicht schnell genug vor Ort sein. Weniger als 5 Prozent der Betroffenen überleben einen Herzstillstand ohne wesentlichen Gehirnschaden.
Was ändert ein frühzeitiger Elektroschock?
Wird ein Opfer innerhalb der ersten Minute mit einem Elektroschock behandelt, besteht eine Überlebenschance von über 90 Prozent. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit um 10 Prozent pro Minute.
Gibt es schon Praxiserfahrungen mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren?
Mir liegt eine aufschlussreiche Studie über den Einsatz von automatischen Defibrillatoren in den Flughäfen von Chicago vor. Innerhalb von zwei Jahren wurden dort 10 von 18 Patienten mit Herzkammerflimmern gerettet. Das ist eine sensationelle Zahl! Besonders bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte der Retter Laien waren. Im Rahmen unseres Münchner Laien-Defibrillationsprogramms sind seit Januar 2003 bisher acht Menschen gerettet worden.
Einige sind gegen den Einsatz von Defibrillatoren durch Laien. Was entgegnen Sie?
Mancher schreit natürlich laut auf, weil wir Nicht-Mediziner - im Notfall auch ohne Ausbildung - an die Geräte lassen. Ich halte dagegen: Dem Notfallpatienten hilft es wenig, wenn er zwar von einem Arzt, jedoch viel zu spät defibrilliert wird. Diese Kritik ist daher nicht akzeptabel - Leben retten kann jeder!
Weitere prominente Stimmen
"Ein AED könnte auch Ihr Leben retten! Die Geräte sind heute extrem sicher und selbst für uns Nichtmediziner einfach zu bedienen. Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute - für Ihr Herz."
Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Präsident Malteser Hilfsdienst e.V.
"Die Geräte der Laien-Defibrillation bieten eine absolute Sicherheit vor Schädigung des Herzstillstandopfers durch unsachgemäßen Einsatz. Es gibt nur einen folgenschweren Fehler- nichts zu tun."
Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin Deutsches Rotes Kreuz Berlin
"Bei der Ersten Hilfe brauche sich niemand Sorgen machen, das Unfallopfer zu verletzen. Man kann keinen Schaden anrichten Außerdem könne man für falsche Hilfeleistung nicht zur Rechenschaft gezogen werden."
Dr. Peter Sefrin, BRK-Landesarzt in Münchener Merkur vom 4. Juli 2009
Auszug aus MVG Linie 8 Publikumsmagazin der Münchener Verkehrsbetriebe:
Druckversion Druckversion | Sitemap
"Mein Herz schlägt für AED." ist eine private Initiative zur Förderung von "Laien"-Defibrillatoren in Wuppertal. Sämtliche Angaben sind von Fachleuten geprüft, aber dennoch ohne Gewähr. Die Links geben zusätzliche Informationen, es wird aber keine Verantwortung für die Seiten übernommen. Die gemachten Angaben ersetzen keine Ausbildung durch Fachleute, die dargestellten AED-Geräte sind Beispiele und stellen keine konkrete Empfehlung dar.